Deutschlands Frauen-Rollstuhlbasketballteam hat bei den World University Games Rhine-Ruhr 2025 Geschichte geschrieben und nach einem packenden Overtime-Sieg gegen Spanien die erste deutsche Goldmedaille im 3×3-Rollstuhlbasketball geholt.
Der Erfolg löste eine Welle des Stolzes unter den heimischen Fans aus, die das Team vom ersten Spiel bis zur Schlusssirene lautstark unterstützten. Es war ein Moment, der über Jahre hinweg gereift ist – geprägt von unermüdlichem Training, unerschütterlichem Glauben und einem gemeinsamen Antrieb, Neuland zu betreten.
Ein goldenes Quartett wächst über sich hinaus
Die deutsche Auswahl mit Lilly Sellak, Catharina Weiß, Lisa Bergenthal und Svenja Erni dominierte von Beginn an und ließ Brasilien mit 21:0 keine Chance. Nach dem Halbfinalsieg gegen die USA stieg das Selbstvertrauen weiter – mit voller Energie ging es ins Endspiel.
Im Finale wartete Spanien, eine Top-Mannschaft und Medaillengewinnerin der jüngsten Paralympics in Paris. Deutschland ging kurz vor Schluss in Führung, doch Spanien glich aus und erzwang die Verlängerung. Weiß traf zunächst zum Ausgleich und machte anschließend den Sack zu – 12:11, ein Krimi, der die Halle zum Beben brachte.
Bergenthal räumte hinterher ein, der Sieg „fühlte sich an, als wäre eine Last von unseren Schultern gefallen, weil wir bis zur letzten Sekunde gekämpft haben“. Sellak ergänzte: „Es ist eine riesige Ehre.“ Als die Schlusssirene den Triumph besiegelte, flossen bei den Spielerinnen Tränen, und das Publikum erhob sich applaudierend von den Sitzen.
Lehren in Kampfgeist vom Männerteam
Deutschlands Männer verpassten zwar das Podium, hinterließen aber einen bleibenden Eindruck. Durch eine schwierige Vorrundengruppe kämpften sie sich bis ins Viertelfinale, wo sie Japan mit nur einem Punkt unterlagen. Die Partien zeigten taktische Präzision und defensiven Biss – eine solide Basis für künftige Erfolge.
Mit mehr Spielpraxis und Öffentlichkeit könnte das Männerteam schon bei den nächsten Turnieren zu den Favoriten zählen.
Ein Wendepunkt für den Parasport
Dass 3×3-Rollstuhlbasketball in diesem Jahr Teil der Spiele ist, gilt schon jetzt als Wendepunkt. Ausverkaufte Ränge in der Bochumer Jahrhunderthalle und weltweite Streams auf FISU.tv haben die Sportart einem breiten Publikum nähergebracht. Deutschlands Gold könnte mehr sein als nur ein nationaler Meilenstein – vielleicht ist es der Funke, der Parasport ins Zentrum des Hochschulsports rückt und neue Maßstäbe für Sichtbarkeit, Wertschätzung und Chancen setzt.