Serena Williams, 23-fache Grand-Slam-Siegerin, ist mit einer klaren Mission nach Wimbledon zurückgekehrt: Sie will ihren 24. Major-Titel holen und damit den Allzeit-Rekord von Margaret Court einstellen. Williams gilt weithin als eine der größten Spielerinnen der Tennisgeschichte, hat aber seit den Australian Open 2017 keinen Grand-Slam-Titel mehr gewonnen. Seitdem stand sie in vier Finals, verpasste den Triumph jedoch knapp: gegen Angelique Kerber und Simona Halep in Wimbledon sowie gegen Naomi Osaka und Bianca Andreescu bei den US Open.
Nachdem sie fast ein Jahr lang wegen einer beim Wimbledon-Turnier 2021 erlittenen Beinverletzung pausieren musste, sorgt ihre Rückkehr nun wieder für Begeisterung bei den Fans – und für die Frage, ob sie den Rasen des All England Club erneut beherrschen kann.
Ein selbstbewusster Neustart
Williams tastete sich beim Eastbourne International im Doppel an der Seite von Ons Jabeur zurück in den Wettkampf. Aus einem lockeren Aufwärmen wurde schnell ein echter Schub fürs Selbstvertrauen; Williams gab zu, dass sie sich deutlich besser vorbereitet fühlte, als sie erwartet hatte.
Vor ihrem Erstrundenmatch gegen die Französin Harmony Tan wies sie Spekulationen über ihren Rücktritt zurück und machte klar, dass ihr Ehrgeiz ungebrochen ist. „Ich habe nicht aufgehört. Ich musste mich nur körperlich und mental erholen“, sagte sie und ergänzte, ihre Vorbereitung sei „viel weiter als geplant“.
Veränderte Trainerkonstellation
Ihr Comeback ging auch mit einem bedeutenden Trainerwechsel einher. Williams beendete ihre langjährige Zusammenarbeit mit Patrick Mouratoglou, der sie seit 2012 betreut und zu zehn ihrer Grand-Slam-Titel sowie Olympia-Gold geführt hatte. Mouratoglou verriet, er habe ihr vor den French Open 2021 ein Ultimatum gestellt; als sie sich nicht festlegte, begann er, mit Simona Halep zu arbeiten. Für Wimbledon holte Williams nun Eric Hechtman, den Coach ihrer Schwester Venus, an ihre Seite – ein vertrautes Gesicht in ihrer Box.
Der Weg zu Nummer 24
Übersteht sie ihr Auftaktmatch, könnte in Runde drei bereits ein kniffliges Duell mit der letztjährigen Finalistin Karolina Pliskova warten. Parallel jagt Novak Djokovic in Wimbledon seine eigene Bestmarke, doch der weltweite Fokus liegt vor allem auf Serena.
Für Fans rund um den Globus geht es bei ihrer Rückkehr nicht nur um Nostalgie, sondern auch darum, eine der größten Champions des Sports noch einmal Geschichte schreiben zu sehen.